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OÖ Nachrichten 19. Oktober 2010

Dauernd Durchfall

Fast 40.000 Österreicher leiden in Österreich an Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Betroffene haben mit Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit zu kämpfen. Eine von ihnen ist die Mühlviertlerin Bianca Meisinger.
„Angefangen hat aber alles schon viel früher“, erzählt sie. „Vor drei Jahren hatte ich ziemlich starke Bauchschmerzen. Nach einer Magenspiegelung hieß es, ich hätte Gastritis“, erzählt Meisinger. „Nix Besonderes, habe ich mir damals gedacht.“ Die Schmerzen wurden aber nicht besser. Im Gegenteil, es kam noch Übelkeit dazu, Bianca Meisinger vertrug viele Lebensmittel nicht mehr, verlor rasant an Gewicht.

Angst und Unsicherheit „Eine Zeitlang hab ich das alles verdrängt. Ich hatte einfach Angst vor den Untersuchungen“, sagt sie. Als dann schließlich eine zweite Magenspiegelung durchgeführt wurde, stellten die Ärzte 15 Magengeschwüre fest.

Bis zur Diagnose Morbus Crohn vergingen allerdings noch ein paar Monate. „Am Anfang wurde nur der Magen angeschaut, weil ich da die meisten Beschwerden hatte. Als diese trotz Medikamenten nicht verschwanden, wurde eine Darmspiegelung gemacht. Und da kam heraus, dass ich an Morbus Crohn leide“, sagt Meisinger. Eine Krankheit, von der die junge Frau noch nie zuvor gehört hatte. „Das war ganz schön schlimm für mich“, erzählt sie. Und ist es heute oft noch. „Wenn man Schmerzen hat, dann lacht man nicht so viel und hat auch keine Lust zum Fortgehen“, erzählt sie. „Freunde und Kollegen müssen das dann ertragen.“ Halt und Hilfe findet Bianca Meisinger bei ihrer Familie – bei ihrer Mutter und ihrem Lebensgefährten.

In den meisten Fällen verläuft Morbus Crohn in Schüben. So kann es bei einem Schub vorkommen, dass die Erkrankten bis zu 20-mal pro Tag die Toilette aufsuchen müssen. „Es ist manchmal ziemlich mühsam“, sagt Meisinger, „man muss immer schauen, dass ein Klo in der Nähe ist.“ Ein Schub dauert bei ihr ungefähr 14 Tage bis drei Wochen. „Je nachdem, wie schnell die Tabletten wirken“, sagt Meisinger. Dazwischen hat sie ein paar Monate Ruhe, die Beschwerden sind erträglicher. „Da ist es zum Aushalten.“

Einschränken muss sich Meisinger trotzdem beim Essen: „Mit der Ernährung kann man schon viel erreichen.“ Deshalb nimmt sie leichte Speisen zu sich und verzichtet auf Schnitzel und Speck.

„Nicht alles essen zu können, ist schon sehr schlimm für mich. Aber dafür bin ich schlank“, sagt die 24-Jährige, die früher ein wenig übergewichtig war. „Wenn es etwas Positives an der Krankheit gibt, dann ist es, dass man seine Traumfigur bekommt.“ Überhaupt versucht Bianca Meisinger das Beste aus ihrer Situation zu machen. „Am Anfang hab ich mich schon gefragt, warum ich, heute tröste ich mich damit, dass alles nicht so schlimm ist. Ich denke mir: Wenigstens hab ich keinen Krebs.“

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