07. Juli 2009
Vorsicht bei Magen-Darm-Erkrankungen und Pille
Hannover - Frauen sollten sich bei Durchfall oder Übelkeit nicht mehr allein auf die Pille als Empfängnisverhütung verlassen. «Eine vorzeitige Darmentleerung oder auch Erbrechen können dazu führen, dass die Hormonaufnahme des Körpers unvollständig und eine sichere Verhütung nicht mehr gewährleistet ist», erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring.
«In diesem Fall sollten Frauen im Beipackzettel ihres Präparates nachlesen, innerhalb welchen Zeitfensters eine erneute Pilleneinnahme noch möglich ist, um weiterhin den Empfängnisschutz aufrecht zu erhalten. Diese Pille wirkt dann natürlich nur, wenn danach nicht weiter erbrochen wird oder der Durchfall gestoppt ist», erklärt der Mediziner.
Dauern Durchfall oder Erbrechen länger an, muss davon ausgegangen werden, dass die Pille nicht mehr wirkt. «In diesem Fall sollten die Verhütungsmittel trotzdem weiterhin wie gewohnt eingenommen werden, um Schwankungen des Hormonhaushalts soweit wie möglich gering zu halten. Auch muss dann auf zusätzliche Verhütungsmittel wie beispielsweise Kondome zurückgegriffen werden, um eine Empfängnis auszuschließen», rät der Gynäkologe.
Leiden Frauen unter chronischen Magen-Darm-Problemen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, sollten sie hormonhaltige Verhütungsmittel anwenden, die über die Haut aufgenommen werden und den Magen-Darm-Bereich nicht passieren. Durchfall und Erbrechen beeinträchtigen die Verhütungssicherheit dann nicht.
Quelle: net-tribune |