Endomikroskopie als Diagnosenovum im KH Oberpullendorf
Mit der Endomikroskopie, einer Technik, mit der Dank eines eingebauten Mikroskops während der Endoskopie auch kleinste Zellen untersucht werden können, steht - Österreichweit erstmalig - der Internen Abteilung im Landeskrankenhaus Oberpullendorf ein neuartiges Diagnosegerät zur Verfügung. Vor allem bei Patienten mit chronischen Darmerkrankungen, wie Colitis ulcerosa, bei Erkrankungen der Speiseröhre, wie Barrett-Ösophagus, sowie zur Früherkennung von Dickdarmkrebs allgemein hat sich diese neue Technik der Endomikroskopie schon bewährt. Biopsien können so, gezielter als bisher, für die histologische Untersuchung entnommen werden. Andererseits können auch endomikroskopische Bilder alleine, ohne die konkrete Gewebsentnahme, mit hoher Genauigkeit beurteilt werden.
„Mit dieser medizinischen Novität wird die zielorientierte und dynamische Entwicklung des Landeskrankenhauses Oberpullendorf, das bis dato zu einem Magnet für Spezialleistungen geworden ist, einmal mehr höchst erfolgreich prolongiert. Diese neue Methode wird eine weitere Beschleunigung des Diagnose- und Therapieprozesses und damit eine nachhaltige Verbesserung für die Patientinnen und Patienten mit sich bringen“, so Gesundheitslandesrat Dr. Peter Rezar, der am 4. März 2009 dieses rund 180.000 Euro teure Gerät gemeinsam mit dem Ärztlichen Direktor, Prim. Univ. Prof. Dr. Felix Stockenuber, Prim. Dr. Gerhard Böhm, Abt. für Pathologie, sowie den Internisten OÄ Dr. Elfriede Prager und OÄ Dr. Alexandra Zauner im Landeskrankenhaus Oberpullendorf präsentierte.
Für die Endomikroskopie wird ein Endoskop mit integriertem Mikroskop benutzt. Gearbeitet wird nach der Fluoreszenz-Methode. Dafür erhält der Patient zunächst, nachdem das Endoskop in Ösophagus oder im Dickdarm platziert ist, intravenös ein Kontrastmittel verabreicht. Nach wenigen Minuten kann der gewünschte Bereich genau betrachtet werden. Dazu Prim. Univ. Prof. Dr. Felix Stockenuber: „Durch diese mikroskopische Untersuchung während der endoskopischen Begutachtung bestimmter Ösophagus- oder Darmwandanteile erreichen wir eine zusätzliche Dimension der medizinischen Information. Damit gelingt es uns, Veränderungen rechtzeitig zu orten, bösartige Tendenzen bereits im Vorstadium zu erkennen, präzise Diagnosen zu stellen und die damit die Basis für den weiteren Therapie- bzw. Heilungsprozess zu legen.“
Ein Indikationsbereich könnte zukünftig auch die Diagnostik von Helicobacter pylori-Infektionen sein, da man mit der Endomikroskopie den Keim Helicobacter pylori eindeutig identifizieren kann. Zur Zeit gibt es Studien über den Wert der Endomikroskopie beim Screening auf Colorektalkarzinom, bei der Langzeitbeobachtung von PatientInnen mit chronischer Colitis ulcerosa, zur direkten Feststellung des Keims Helicobacter pylori, der langjährige Magenentzündungen verursacht, zur Diagnostik von Magenkarzinom und zur direkten Diagnose von bestimmten Erkrankungen der Speiseröhre.
Quelle: europaticker
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