Tabletten teilen: Was Sie wissen sollten
In Deutschland wird von den Patienten gegenwärtig knapp ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme geteilt. Etwa 1% aller Tabletten wird geteilt, obwohl sie keine Bruchkerbe haben und obwohl eine Teilung aus unterschiedlichen Gründen unbedingt vermieden werden sollte. Das Tablettenteilen kann neben zahlreichen Vorteilen (Kostensenkung, Dosis-Individualisierung) auch Risiken für die Arzneimitteltherapie bergen. Ob eine Teilung möglich ist und ob hierfür Tablettenteiler verwendet werden dürfen, hängt u.a. von Arzneistoffeigenschaften, der Galenik und Form der Tablette ab. Die Beschaffenheit und Form der Bruchkerbe(n) wiederum bestimmt, welche Technik ein Patient anwenden muss, um Bröselbildung, Verlust ganzer Tablettenteile oder die Teilung in ungleiche Hälften zu vermeiden. Patienten müssen deshalb entsprechend instruiert werden und über die erforderliche Fingerfertigkeit verfügen. Um unnötige Risiken durch die Teilung zu vermeiden, sollten die verschreibenden Ärzte jeweils prüfen, in welcher Darreichungsform das Präparat vorliegt und gegebenenfalls davon absehen, Tabletten ohne Bruchkerben in geteilter Form zu verschreiben.
Prof. Dr. med. Walter E. Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin VI der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg
Anschrift: Abteilung Innere Medizin VI, Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie Im Neuenheimer Feld 410 D-69120 Heidelberg walter.emil.haefeli@med.uni-heidelberg.de
nach oben |