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Österreichische Morbus Crohn-Colitis Ulcerosa Vereinigung


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Dr. Rudolf Fiedler Medizinischer Beirat ÖMCCV
Medizin von A bis Z
(Fortsetzung)

RES
Retikuloendotheliales oder Retikulohistiozytäres System. Von der neuen Bezeichnung
Mononukleäres Phagozytensystem abgelöst. Ist Bestandteil des natürlichen = angeborenen = unspezifischen Immunsystems. Bestehend aus Monozyten und deren Vorläuferzellen, Makrophagen und dentritischen Zellen. Diese sind im Knochenmark, peripheren Blut, in Organen wie Thymus, Milz, Lymphknoten, Magen - Darm, Lunge, Leber, Knochen, Haut, Nieren, ZNS, auch im Rippenfell- und Bauchfellraum, in entzündlichen Sekreten, wie auch in Granulomen zu finden. Die Funktion des Systems ist u. a. die Phagozytose (= Aufnahme und Zerstörung von Mikroorganismen), Abtransport und Reparatur zerstörter Zellen und Gewebe, regulierende Maßnahmen im Rahmen entzündlicher Abläufe.

SACCHAROSE
(Rohrzucker, Rübenzucker) ist ein Disaccharid (Zweifachzucker) aus Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker)

TIGHT JUNCTIONS
(Feste bzw. enge Zellverbindungen). Eine der abdichtenden Mechanismen zwischen Zellen. Die tight junctions bilden als selektive Permeationsschranke ein regelmäßiges dichtes Netz zwischen den Zellen eines Verbandes. Entsprechen somit einer Diffusionsbarriere zwischen „außen und innen“ und „rechts und links“. Undurchlässig für Makromoleküle, durchlässig für kleine Moleküle, und funktionell für parazelluläre Nahrungstransporte (z.B. im Dünndarm) modifizierbar. Bieten Schutz gegen unerwünschtes Eindringen von Substanzen nach innen und verhindern unerwünschte Nahrungssubstratverluste bereits inkorporierter Substanzen nach außen. Die engen Verbindungen entsprechen Proteinsträngen (Claudinen und Occludinen). Über eine Vielzahl anderer Eiweißverbindungsstrukturen und Arten (Cadherine, Integrine, u. a.) wird im Zellverband eine Adhaesionsvernetzung über stabilisierende Zytoskelettfilamente bewirkt, aber auch z.B. Migration (Wanderung) von Leukozyten durch Gefäß(zell)wände ermöglicht.

ULCUS
(Defekt, Geschwür). An Haut und Schleimhäuten, mit unterschiedlicher Flächen- und Tiefenausdehnung. Gefahr durch die Entstehungsursache per se, durch Perforation, Arrodierung von Gefäßen, Keimbefall und Streuung. Je nach Ort benannt:
Hornhaut: Ulcus corneae (u. a. durch Infekt)
Beine: Ulcus cruris (u. a. durch Krampfadern)
Mundhöhle: Aphthen (Infekte, immunologisch)
Magen: Ulcus ventriculi
Zwölffingerdarm: Ulcus duodeni
Pyoderma gangraenosum: z.B. bei CED als extraintestinale Manifestation.
Die Ursachen der Ulcusentstehung sind mannigfaltig: vasculär, neurogen, mechanisch, i. R. von Missbildungen oder Neoplasien, postinfektiös, immunologisch.

VEGF
(Vascular endothelial growth factor, Gefäß-Endothel-Wachstumsfaktor). Eiweiß, welches z.B. bei Sauerstoffmangel in Zellen über Vermittlung eines Hypoxie-induzierbaren Faktors vermehrt gebildet und sezerniert wird. Wirkt dann auf nahe gelegene Kapillarendothelzellen proliferierend und röhrenbildend. Die Kapillaren sprossen in Richtung des Angiogenese stimulierenden Signals. Hippel-Lindau Syndrom: Durch einen Gendefekt kommt es zur VEGF-Überproduktion und als Folge zu multiplen Gefäßtumorbildungen. Krebstherapie: monoklonale Antikörper gegen VEGF im Einsatz. Da das Tumorzellwachstum von Gefäßneubildung abhängig ist, führt eine VEGF-Verringerung zur Besserung der Erkrankung.

WEISSE BLUTZELLEN
(Leukozyten) Kernhaltige haemoglobinlose Blutzellen. Einteilung nach lichtoptischen Gesichtspunkten in Granulozyten (neutrophile, basophile, eosinophile), Monozyten und Lymphozyten. Andere Einteilungen erfolgen nach elektronenoptischen morphologischen, auch nach funktionellen Kriterien. Während die roten Blutkörperchen im Gefäßsystem verbleiben, O2 und CO2 transportieren, agieren die weißen Blutkörperchen hauptsächlich über Infektabwehr und Entfernung von unbrauchbaren Zell-/Gewebeteilen.

XBP 1
(X-box binding protein 1). B-Lymphozyten (B = Bursa Fabriciiaequivalent) werden mit Hilfe von Transkriptionsfaktoren zu Antikörper sezernierenden Plasmazellen endausgeformt (Transkription = im Zellkern stattfindender Übertrag der DNA-Information in RNA). Einer der Transkriptionsfaktoren ist XBP 1. Ein Mangel führt zu Plasmazellverminderung.

YERSINIEN
Nach einem Schweizer Arzt benannte Stäbchenbakterien. Zum Beispiel: Yersinia pestis (Pesterreger), Yersinia pseudotuberculosis und Yersinia enterocolitica (Darm- und Lymphknoteninfektionen, Pseudoappendicitis). Mit Antibiotika behandelbar.

ZYTOKINE
Von vielen Zellen, auf Reiz erzeugte und ausgeschüttete, teilweise lokal verbleibende, Einweißbotenstoffe mit unterschiedlicher Menge an Aminosäurerestverbindungen (>10 bis >100), welche andere Zellen beeinflussen. Z.B. die Blutzellbildung fördern, das Wachstum und die Differenzierung von Abwehrzellen beeinflussen, Entzündung in die Wege leiten (TNF alpha, IL 20, IL 24), Viren abwehren oder immunregulierend wirken (LT alpha 3 = TNF beta).

MR Dr. Rudolf Fiedler
beratender Arzt der ÖMCCV

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