Medizin von A – Z (Fortsetzung)
Janus-Kinasen (1993/94 entdeckt, Janus ist die Bezeichnung eines doppelgesichtigen römischen Gottes, Jak-Tyrosin-Kinasen als Name ebenfalls verwendet): sind cytoplasmatische Tyrosinkinasen (phosphatgruppenübertragende Enzyme) welche als second messengers (nachgeschaltete Botenstoffe) Signaltransduktion (Informationswandlung/-weiterleitung) durchs Cytosol (Cytoplasma minus Organellen) in Richtung Zellkern (Zentrale) bewirken. Aber erst dann, wenn ein Cytokin (Eiweißbotenstoff, z.B. Interferon) nach Andocken an eine bestimmte passende Zellmembranregion (Klasse I oder II Rezeptor) die Nachricht einer Gefahr (z.B. Viruseindringen) überbracht hat. In der Folge entsteht eine Abwehrleistung (Immunantwort).
Kachexie (schlechter Zustand, Auszehrung, schwere Abmagerungsform, allgemeine Atrophie): unfreiwilliger Verlust der stoffwechselaktiven Körperzellmasse mit Anaemie und Anorexie (z.B. bei bösartigen Tumoren). Ähnliche, aber different definierte Zustände sind Wasting und Sarkopenie.
Lysosomen von einer Membran umgebene kugelige Gebilde im Cytosol einer Zelle, etwa 1% des Gesamtzellvolumens ausmachend. Bauen mit ihren sauren Hydrolasen (Verdauungsenzyme) unnütze Partikel, inkorporierte Mikroorganismen etc. ab. Als Abschottung (Schutz) zum umgebenden Cytosol, dient nicht nur dessen höherer ph-Wert sondern auch die Membran und der im Inneren des Lyosoms vorherrschende niedere Arbeits-ph-Wert.
Magen (Ventriculus, Gaster): Im oberen Bauchraum situiertes Organ zur Aufnahme, Andauung und Weiterbeförderung des Speisebreies in Richtung Dünndarm (Zwölffingerdarm, Leerdarm, Krummdarm) nach einer Verweilzeit von bis zu 4 Stunden. Fassungsvermögen zwischen 1,5 bis 2,5 Liter Nahrung. Besteht aus dem Speiseröhreneinmündungsteil (Pars cardiaca), dem Magengrund oder der Magenkuppel (Fundus ventriculi), dem Magenkörper (Corpus ventriculi) und dem Magenausgangs/Pförtner-Teil (Pars pylorica). Funktion u. a. bewerkstelligt durch Produktion von Schleim, Verdauungsenzymen, hormonell wirksamen Substanzen, Intrinsicfaktor, bei nervaler Eigen- und Nervus vagus-Regulation.
Neurotensin Peptid aus 13 Aminosäuren. Zur Gruppe der gastrointestinalen Hormone gehörend. (Diese auch als Neuropeptide, Neurohormonpeptide, regulatorische Peptide, neuroendokrine Peptide bezeichnet). Neurotensin kommt u.a. im enterischen und im zentralen Nervensystem vor. Wird im Dünndarm von N-Zellen produziert. Übt unterschiedliche Wirkungen auf die Digestionsleistung mehrerer Organe aus. Die Funktion kommt über die Bindung an zwei Rezeptoren (NTR-1, NTR-2) zustande. Diese Rezeptoren auch an Dickdarmzellen exprimiert. Bei CED einerseits proinflammatorisch wirkend, andererseits durch Stimulation von Repairmechanismen (COX-2, Prostaglandin, Adenosin, Mucin) heilend.
Onkogene (krebsfördernde/auslösende Gene, krebskritische Gene): a) mutierte Gene mit FunktionsPLUSprodukt, einem Aktivitätsplus entsprechend. Erhöhte Zellvermehrung als Krebsmöglichkeit gegeben (Gain of function mutation!). b) mutierte Gene mit FunktionsVERLUST/MINUS des Genprodukts, einem funktionell defizitären (inaktivierten) Tumorsuppressorgen entsprechend. Ebenfalls Krebsmöglichkeit gegeben (Loss of function mutation!).
Proteinkinase-R ein zum natürlichen (angeborenen) Immunsystem gehörendes, intrazelluär ein Pathogen (z.B. Virus) erkennendes Molekül, welches über die Hemmung der viralen Proteinsynthese, indirekte Interferonerhöhung, oder auch Zellapoptose (=Zelluntergang, -zerstörung), die Virusvermehrung unterbindet. Die Aktivierung der Kinase erfolgt automatisch über eine Mustererkennung der viralen doppelsträngigen DNA.
Qualitätssicherung die nach Festlegung von erwünschten und erreichbaren Standards erfolgenden bestimmten Maßnahmen, die verbindlich zu etablieren und einzuhalten sind. Und zwar bezüglich Strukturen und Vorgehensweisen, um bestmögliche Ergebnisse für Erkrankte zu erzielen.
….. Fortsetzung folgt
MR Dr. Rudolf Fiedler
nach oben |