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Was den Bauch bewegt:
Ernährung - Prävention - Darmgesundheit


5. wissenschaftliche Tagung des VEÖ, 17. + 18. Februar 2005

Auf dieser Konferenz des Verbandes der Ernährungswissenschafter Österreichs mit ca. 250 TeilnehmerInnen wurde die Bedeutung der Darmgesundheit aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachtet. Der Verband der Ernährungswissenschafter Österreichs diskutierte das brisante Thema Darmgesundheit auf seiner Tagung und gab Tipps zum darmfreundlichen Lebensstil.

Neben der Ernährung standen auch die Psyche, der Verdauungstrakt im Laufe des Lebenszyklus, Prävention des Kolonkarzinoms, Ballaststoffe und Hilfsmittel gegen Verdauungsprobleme auf dem Programm. Mythen und Märchen rund um Magen, Darm und Verdauung wurden ebenso besprochen, sowie abschließende Fragen von den Vortragenden beantwortet.

Frau Univ.Prof. Dr. Gabriele Moser (AKH Wien) wies in ihrem Vortrag darauf hin, dass bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen chronische (Dis-)Stressbelastung und/oder Depression zu einer häufigeren entzündlichen Krankheitsaktivität führen kann.

Der Einfluss der Darmflora auf die Gesundheit darf, lt. Univ.Prof. Dr. Michael Blaut (Deutsches Institut für Ernährungsforschung) nicht unterschätzt werden, sie kann auch CED auslösen. Auf diese Zusammenhänge wies auch Dr. Maike Groeneveld (Praxis für Ernährungsberatung, Bonn) in ihrem Vortrag hin. Wissenschaftlich wurde bei Mäusen nachgewiesen, dass sie bei einem Aufwachsen in einem sterilen Raum keinen MC entwickeln. Probiotika, Präbiotika und Symbiotika können bei gezieltem Einsetzen die Remissionsphase bedeutend verlängern. Allerdings kann ein planloser Einsatz auch einen Schub auslösen, vor Selbstindikationen ist daher unbedingt zu warnen.

Ebenso ist der heute allseits beliebte Einsatz von Ballaststoffen genau auf die jeweiligen Erfordernisse abzustimmen. DDr. Dieter Ganser (Institut für Ernährungswissenschaft, Wien) stellte auf Grund von Studien vor, dass einzelne Ballaststoffe allein u.a. das Krebsrisiko erhöhen können.

Im Supermarkt werden heute vermehrt sog. Funktionelle Lebensmittel, das sind mit Probiotika, Präbiotika und Ballaststoffen angereicherte Lebensmittel, angeboten. Diese funktionellen Lebensmittel können, lt dem Vortrag von Mag. Angela Mörixbauer (eatconsult, Wien) eine gesundheitsbewusste Ernährungsweise nicht ersetzen. Sie können aber durchaus auch sinnvoll eingesetzt werden und im Rahmen einer abwechslungsreichen Kost durchaus Zusatznutzen zeigen.

Bei der abschließenden Beantwortung von Fragen durch die ExpertInnen kamen auch einige Punkte zur Sprache, die auch für CED-PatientInnen zutreffen:

- Der Einsatz von Probiotika wird bei immunsupprimierten Patientinnen nicht empfohlen
- Die immer wieder beworbene Darmwäsche kann nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen in ihrer Sinnsaftigkeit bewiesen werden
- Eine isotonische Lösung aus Tee oder Fruchtsaft, Zucker und Salz kann bei akuter Diarhoe zur Vermeidung der Dehydration helfen
- Antipilzdiäten gegen den Candida albicans sind lt. Univ.Prof Dr. Heinrich Kasper (Universität Würzburg) reiner Hokus Pokus
- Der Einsatz eines Digestiv nach dem Essen in maßvoller Weise ist zu empfehlen
- Eine Diät bei CED gibt es nicht, die Ernährung ist aber bei einem Schub und in der schubfreien Zeit jeweils anzupassen. Zu dieser letzten Frage konnte ich aus der Sicht eines Betroffenen eine Wortmeldung spenden und bei dieser Gelegenheit auf die Arbeit der ÖMCCV hinweisen.

Meine Teilnahme an dieser Konferenz wurde durch die Übernahme der Tagungskosten durch die Fa. Novartis Nutrition GmbH ermöglicht, es sei im Namen aller CED-Betroffenen an dieser Stelle herzlichst gedankt.

Weiterführende Informationen über den Verband der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ).

Franz Schiener

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