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Österreichische Morbus Crohn-Colitis Ulcerosa Vereinigung


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Gastroenterologie & Diätetik
Ernährung als Therapie

22. Ernährungskongress des Verbandes der DA&EMB, 24. + 25. Februar 2005

Der Ernährungskongress 2005 des Verbandes der Dipl. DiätassistentInnen & Ernährungsmedizinischen BeraterInnen Österreichs mit ca. 650 TeilnehmerInnen setzte sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Diätetik im Rahmen der Gastroenterologie auseinander.

In seiner Eröffnungsrede betonte Univ.Prof Dr. Herbert Lochs (Campus Charité Mitte, Berlin) den in Studien belegten Nachweis, dass durch den Einsatz von parenteraler Ernährung (Sondenkost) die Kleinwüchsigkeit bei Kindern in Folge von CED verhindert werden kann. Eine andere Studie beweist, dass durch den Einsatz von speziellen Trinknahrungen bei Kindern der CRP-Wert nach zwei Wochen deutlich reduziert werden kann.

Ein neues Schlagwort taucht auf: Fast Track Chirurgie. Sie wurde von Priv.Doz.Dr.med. Matthias Wichmann (Chir. Klinik und Poliklinik – Großhadern/München) vorgestellt und wird auch bei manchen Darmoperationen erfolgreich angewendet. Es handelt sich dabei um eine Operationsmethode mit geringeren Belastungen der PatientInnen.
22. Ernährungskongress 24.02.2005
Die verschiedenen Anästhesieverfahren und deren Auswirkungen , auch auf die prä- und postoperative Ernährung stellte Frau OA Dr. Claudia Mirth (Zentralklinikum St. Pölten) sehr anschaulich und in komprimierter Form dar. Die moderne Anästhesie kann einePatienten/eine Patuentin bei einer Operation sehr gezielt begleiten und damit die Nebenwirkungen einer Narkose sehr gering halten. Der Kostaufbau nach einem chirurgischen Eingriff wurde von Dipl. DA&EMB Gabriele Karner (Akademie f. d. Diät- u. Ernährungsmed. Beratungsdient/St. Pölten) vorgestellt.

Ein sehr anschaulicher Vortrag von Univ.Doz. Dr. Maximilian Ledochowski (Univ. Klinik /Innsbruck) befasste sich mit den eindrucksvollen Zahlen des Darms als Immunsystem des menschlichen Körpers. Fehlbesiedelungen im Dünndarm, durch verschiedene Ursachen bewirkt, lösen im Darm Immunreaktionen aus und können zur Entstehung einer chronischen Darmentzündung führen. Auch sog. „Gesunde Lebensmittel“ können bei unrichtiger Anwendung derartige Reaktionen auslösen und damit eher negativ wirken.

Das Thema Prä- und Probiotika war auch auf diesem Kongress ein wichtiges Thema. Univ.Prof Dr. Herbert Lochs (Campus Charité Mitte, Berlin) berichtete von Studien, dass Probiotika eine gesicherte Anwendung bei Colitis ulcerosa sein können. Sie fördern die Erhaltung der ca. 1 mm dicken Schleimschicht auf der Darmschleimhaut, die eine Schutzschicht gegenüber den Bakterien bildet und so den Eintritt dieser in die Mucosa verhindert. Die bekannten Studien über die gezielte Zufuhr von Bakterien (Mutaflor, VSL 3) wurden auch hier wieder präsentiert, die Wirkung des Laktosebazillus GG ist nicht immer positiv, hier muss die Anwendung auf den Fall abgestimmt werden.

Über Sinn und Unsinn einer Diättherapie, auch bei CED, sprach Univ.Doz. Dr. Udo Rabast (Katholische Kliniken Ruhhalbinsel/Essen) und kam zu dem Schluss, dass CED durch eine Diät nicht beeinflussbar ist.  
In einem Eillehrvortrag bot Univ.Prof. Dipl.Ing. Dr. Harald Vogelsang (Univ. Klinik AKH/Wien) einen sehr schönen medizinischen Überblick über die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen an.

In einem äußerst interessanten Vortrag präsentierte Univ.Prof. Dr. Christoph Gasche (Univ. Klinik AKH/Wien) Mythen und Fakten bei CED und Ernährungsfaktoren. In seiner neuesten Studie kommt er zum Schluss, dass Ernährung sehr wohl den Verlauf der Erkrankung bei CED verändern kann. Ein großes Problem stellen die Umweltfaktoren dar, die allerdings nur sehr schwer oder teilweise gar nicht auszuschließen sind.

Aus den unterschiedlichen Vorträgen konnte wieder gesehen werden, dass die Meinungen und von Experten bezüglich des wesentlichen Einflusses der Ernährung auf den Verlauf von CED auseinandergehen. Das wichtigste für die betroffenen PatientInnen ist und bleibt die aufmerksame Beobachtung der Reaktionen des eigenen Körpers und das richtige Reagieren darauf. Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse der Wissenschaft, die in kleinen Schritten helfen können das Leben mit CED zu erleichtern.

Meine Teilnahme an dieser Konferenz wurde durch die Übernahme der Tagungskosten durch die Fa. Nutricia Nahrungsmittel GmbH & Co. KG ermöglicht, es sei im Namen aller CED-Betroffenen an dieser Stelle herzlichst gedankt.

Weiterführende Informationen zum Thema auf der Website des Verbandes der Diaetologen Österreichs.

Franz Schiener 
 
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