ECCO 2007 Nurses Meeting - Establishing an Effective European IBD Nurse Network (Aufbau eines effektiven europäischen CED Krankenpflege-Netzwerks)
Dieser Kongress fand am 28.2. und am 1.3.2007 in Innsbruck statt, an dem für die EFCCA Rod Mitchell und Elisabeth Fiedler teilnahmen. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeschwester und –pflegerInnen aus 13 Ländern (für die, die es interessiert woher: Großbritannien, Irland, Schweden, Norwegen, Frankreich, die Niederlande, Portugal, Tschechien, Italien, Deutschland, Belgien, Dänemark und Österreich) waren gekommen.
Speziell ausgebildete CED-PflegerInnen werden dringend gebraucht, es gibt sie aber erst in Skandinavien, den Niederlanden und in Großbritannien. Deshalb wurde im Sommer 2006 von der ECCO (European Crohns/Colitis Organisation – das ist eine Vereinigung von Ärzten) ein Projekt initiiert mit dem Ziel, möglichst überall in Europa solche PflegerInnen auszubilden.
Die wichtigste Frage sollte immer lauten: Für wen machen wir das? Es ist hinlänglich bekannt, dass der gut informierte chronisch Kranke, der idealerweise auch eine nicht ständig wechselnde Kontaktperson im Spital hat, mit seiner Krankheit auch gut umzugehen lernt und sich sicher fühlt. So tauschen CED-PflegerInnen ihre Erfahrungen aus und arbeiten auch eng mit den jeweiligen Patientenvereinigungen zusammen.
Großes Augenmerk wird auf Patientenschulung gelegt: die Krankheit selbst, ihre Behandlung, aber auch soziale Belange müssen besprochen werden. Alle chronisch Kranken müssen auf Verschiedenes achten, sie müssen Medikamente einnehmen, vielleicht ihre Essgewohnheiten ändern, Kontrolltermine einhalten, versuchen, ein „normales“ Leben zu leben (Beruf, Familie, soziale Kontakte), aber auch mit Gefühlsschwankungen (verursacht durch die Krankheit, Zukunftsängste, unerfüllbare Lebensträume) fertig werden, weshalb eine vertraute Kontaktperson im Krankenhaus sehr notwendig wäre. Schließlich verbringt man als Patient viel mehr Zeit mit seinen PflegerInnen als mit seinen Ärzten.
In einem Kopenhagener Spital wurden 166 CED-Patienten eingeladen, an einem Halbjahresprojekt teilzunehmen. Sie hatten die Möglichkeit, wann immer es notwendig wurde, eine „IBD Helpline“ zu benutzen (Telephon, e-mail) und bekamen so erste Ratschläge, Arzt- und falls es gebraucht wurde auch Untersuchungstermine. Nach diesen sechs Monaten stimmten alle darüber ein, dass sie sich gut aufgehoben gefühlt hatten, ganz gleich, ob sie diese Helpline in Anspruch genommen hatten oder nicht.
Naoual, eine Medizinstudentin, die an einem M.Crohn erkrankt war (und deshalb später die Pathogenese des M.Crohn erforschen will) sprach über ihre Erfahrung mit „ihrer“ CED-Schwester, die sie nicht nur umsorgte, sondern auch Zeit für ein Gespräch hatte, sie mit einem Wort durch eine schwere Zeit begleitete und so zu einem wichtigen Menschen für sie wurde.
Es ist noch viel Arbeit zu tun: wie soll solch eine Ausbildung aussehen, soll es ein Studium sein, mit welchem Diplom oder akademischen Grad soll abgeschlossen werden, welche gesetzlichen Gegebenheiten müssen beachtet werden.
Zum Schluss noch eine gute Nachricht: an der Medizinischen Universitätsklinik in Wien wird eine Schwester zu einer speziellen Ausbildung aufgenommen.
Elisabeth Fiedler
Bilder von Manco Steinkellner zu dieser Veranstaltung
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