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PIK - „PatientInnenorientierte integrierte Krankenbetreuung (in Wien 14.-17. Bezirk)“
Das Modellprojekt „PatientInnenorientierte integrierte Krankenbetreuung (in Wien 14. – 17. Bezirk)“ läuft seit Herbst 2002 und wurde von der Wiener Gebietskrankenkasse und der Stadt Wien beauftragt. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Krankenbetreuung an den Schnittstellen zwischen intra- und extramuraler Versorgung. Dabei stehen die Anliegen und Bedürfnisse von PatientInnen und Angehörigen im Mittelpunkt.
Die ÖMCCV hat sich entschieden, am Modellprojekt teilzunehmen, weil im Rahmen dieses Projektes nicht nur im Namen die PatientInnenbeteiligung ernst genommen wird. Wir als Betroffene haben die praktischen und teilweise auch leidvollen Erfahrungen mit den Problemen in der Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche in der Krankenbetreuung gemacht. Die wertvolle Hilfe der Selbsthilfeorganisationen, die nur durch die Arbeit der ehrenamtlichen und durchwegs selbst betroffenen MitarbeiterInnen möglich ist, kann durch die Mitarbeit an diesem Projekt wieder einmal ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden.
Als Partner im Modellprojekt arbeiten drei Krankenhäuser (Hanusch Krankenhaus, Krankenanstalt des Göttlichen Heilandes und Wilhelminenspital), Pflege- und Sozialdienste, die MA 47, niedergelassene ÄrztInnen, Medizinisch Therapeutische Dienste und Apotheker aus den Bezirken 14 – 17 sowie PatientInnen und Angehörige zusammen.
Die Projektarbeit erfolgt in drei interdisziplinär zusammengesetzten Teilprojektgruppen und einer Fokusgruppe PatientInnen/Angehörige. Insbesondere die aktive Zusammenarbeit von PatientInnen und Angehörigen mit den Profis des Gesundheitswesens ist dabei eine Innovation und besondere Herausforderung. Im Teilprojekt „Integriertes Zuweisungs- und Entlassungsmanagement“ werden insbesondere Maßnahmen zur Verbesserung der Zuweisung in ein Krankenhaus und der Vorbereitung der Entlassung aus dem Krankenhaus bearbeitet. So wird als eine Maßnahme dieses Teilprojekts ein einheitliches Formular für die Zuweisung ins Krankenhaus erarbeitet.
Im Teilprojekt „Integrierte Krankenbetreuung für PatientInnen zu Hause“ geht es um Maßnahmen zur Verbesserung der Koordination von Betreuungsangeboten für PatientInnen zu Hause – beginnend schon während des Entlassungsprozesses - und um eine verbesserte Kommunikation der BetreuerInnen untereinander und mit den PatientInnen und pflegenden Angehörigen.
Als Maßnahmenbeispiele seien die Einführung einer Gesundheitsmappe für umfassend pflegebedürftige PatientInnen, die alle wesentlichen Informationen und Dokumente enthält und die Entwicklung von Standards für ein Entlassungsmanagement als abteilungsübergreifendes Service im Krankenhaus erwähnt.
Im Teilprojekt „diagnosespezifische integrierte Krankenbetreuung“ werden Maßnahmen für PatientInnen mit spezifischen chronischen Diagnosen (z.B. onkologische Erkrankungen) und daraus resultierenden besonderen Betreuungsnotwendigkeiten (z.B. oftmaliger Wechsel zwischen intra- und extramuraler Betreuung) entwickelt.
Eine Maßnahme dieses Teilprojekts betrifft die standardisierte Durchführung eines patientInnenorientierten Aufklärungsgespräches.
In der Fokusgruppe werden PatientInnen und Angehörige auf die Zusammenarbeit mit den Profis in den Teilprojektgruppen vorbereitet. Darüber hinaus hat die Fokusgruppe selbst drei Maßnahmen geplant. Eine davon ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfegruppen und Krankenhausabteilungen. Dazu fand im Martha-Frühwirt-Zentrum eine Gesprächsrunde mit den für das Projekt maßgebenden Vereinigungen statt und es wurden Kontakte zu den Krankenhausbereichen geknüpft.
Im Rahmen der Arbeiten zu diesem Projekt hat sich auch herausgestellt, dass trotz der modernen Medien, wie es das Internet darstellt, das Finden der richtigen Selbsthilfegruppe nicht nur für PatientInnen, sondern auch für den professionellen Bereich nicht leicht ist. Besonders die Aktualisierung der Daten ist im Internet eine fast unlösbare Aufgabe, aber auch die vielen Broschüren müssen immer am Laufenden gehalten werden. Die Fokusgruppe hat daher vorgeschlagen, eine Infoplattform zu gestalten, aufbauend auf den bereits vorhandenen Einrichtungen. Dieser Vorschlag wurde auch im Rahmen einer Präsentation den Geld- und Auftraggebern dieses Projektes von Hans Rotter von der Gruppe der Kehlkopflosen und Halsatmer und mir als Vertreter der Österreichischen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa-Vereinigung (ÖMCCV) vorgestellt.
Ein weiteres Ziel der Fokusgruppe ist die Schaffung eines Briefkastens in den Krankenhäusern und die sinnvolle Bearbeitung der einlangenden Briefe. Dabei soll es sich um mehr als die bekannten Beschwerdebriefkästen handeln.
Im Frühjahr 2003 wurde eine patientInnenbezogene Status Quo-Erhebung durchgeführt und auf Basis dieser Ergebnisse insgesamt 30 Maßnahmen im Detail geplant.
Diese Maßnahmen werden seit Herbst 2003 von den Projektpartnern umgesetzt. Die Effektivität der Maßnahmen wurde mit einer Evaluationserhebung im Frühjahr 2004 überprüft.
Erfolgreiche Maßnahmen sollen in weiterer Folge in ganz Wien umgesetzt werden. Dazu wurde eine Transferkommission eingesetzt, in der auch die PatientInnen durch Hans Rotter und mich vertreten sind.
Die Beschreibung der einzelnen Maßnahmen und weitere Informationen zum Modellprojekt sind auf der Projekthomepage www.pik.or.at zu finden. Die wissenschaftliche und beraterische Begleitung wird durch das Ludwig Boltzmann Institut für Medizin- und Gesundheitssoziologie durchgeführt.
Ing. Franz Schiener
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